Organisatorisches & Regeln
Alles, was du für die Klassenarbeit am 01.12.2025 wissen musst. Bitte lies dir diese Regeln genau durch.
Hard Facts
- Datum: 01.12.2025
- Dauer: 60 Minuten
- Klasse: TG11
Deine Ausrüstung
- Stifte in Blau oder Schwarz
- Marker (Textmarker) – WICHTIG!
- Beschriftetes Heft (Name, Klasse, Fach)
Streng Verboten
Die Verwendung von Tintenkiller, Tipp-Ex oder sonstiger Korrekturflüssigkeit ist nicht gestattet. Wenn du dich verschreibst, streiche das Wort bitte einfach sauber durch.
Checkliste
Kannst du alle Punkte mit "Ja" beantworten? Dann bist du bereit!
Moral vs. Ethik
Diese Begriffe werden im Alltag oft verwechselt. In der Klausur musst du sie aber scharf trennen können.
Moral
"Das gelebte Handeln"
Die Gesamtheit der in einer Gruppe tatsächlich geltenden Normen, Werte und Grundsätze. Es ist die Praxis.
Ethik
"Die Theorie darüber"
Das Nachdenken über die Moral. Die Wissenschaft vom moralischen Handeln. Es ist die Theorie.
Normen
Normen sind ganz konkrete Handlungsanweisungen oder Regeln, die sich aus der Moral ergeben.
- "Du sollst nicht töten."
- "Bitte und Danke sagen."
Werte & Tugenden
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Werte |
Erstrebenswerte Zustände oder Ziele. Sie dienen als "Kompass" für unser Handeln. Beispiele: Freiheit, Sicherheit, Ehrlichkeit, Treue. |
| Tugenden |
Charaktereigenschaften oder Haltungen einer Person, die moralisch vorbildlich sind. Beispiele: Mut, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Geduld. |
Wichtig für die Klausur: Wertekonflikte
Oft geraten zwei positive Werte in Konflikt. Du musst in der Lage sein, solche Konflikte zu erkennen und zu beschreiben.
Beispiel: Du siehst, wie dein Freund im Laden klaut.
- Wert A: Ehrlichkeit (Ich sollte es melden).
- Wert B: Loyalität (Ich verpfeife meinen Freund nicht).
Wertewandel
Werte sind nicht statisch. Was einer Gesellschaft wichtig ist, verändert sich über die Zeit.
Früher
Pflicht & Gehorsam
Ordnung, Unterordnung, Tradition
Heute
Selbstverwirklichung
Toleranz, Individualität, Freiheit
Ursachen für diesen Wandel:
- Globalisierung (Kulturaustausch)
- Technologischer Fortschritt
- Steigender Wohlstand
- Höhere Bildung
Das Toulmin-Schema
Ein Modell, um Argumente zu analysieren und grafisch darzustellen. Du musst es zeichnen können!
Struktur-Diagramm
Die 6 Elemente am Beispiel
"Es wird wahrscheinlich regnen, weil der Himmel dunkel bewölkt ist."
Data (Daten)
Der Fakt, von dem wir ausgehen: "Der Himmel ist bewölkt."
Claim (Konklusion)
Die Behauptung, die wir aufstellen: "Es wird regnen."
Warrant (Schlussregel)
Die logische Brücke: "Wenn dunkle Wolken da sind, regnet es meistens."
Backing (Stützung)
Beweise für die Regel: "Meteorologische Statistiken zeigen das."
Qualifier (Modifikator)
Wie sicher ist es? "Wahrscheinlich", "Vermutlich".
Rebuttal (Ausnahme)
Wann gilt es nicht? "Außer es ist nur Nebel."
Der Syllogismus
Ein klassischer logischer Schluss aus der Antike (Aristoteles). Er besteht immer aus drei Teilen.
Alle Menschen sind sterblich.
Sokrates ist ein Mensch.
Also ist Sokrates sterblich.
Achtung Falle!
Ein Syllogismus kann logisch gültig (richtig aufgebaut), aber inhaltlich falsch sein.
P1: Alle Vögel bellen.
P2: Hans ist ein Vogel.
K: Also bellt Hans.
-> Der Schluss ist logisch korrekt (wenn P1 und P2 wahr wären, wäre K wahr), aber inhaltlich Unsinn.
Naturalistischer Fehlschluss
Der wohl wichtigste logische Fehler in der Ethik. Du darfst nicht vom "Ist" auf das "Soll" schließen.
Deskriptiv (Beschreibend)
Wie die Welt ist.
"Tiere töten Schwächere."
Präskriptiv (Vorschreibend)
Wie die Welt sein soll.
"Menschen sollen Schwächere töten."
Das Dilemma
Eine moralische Zwickmühle, aus der es keinen sauberen Ausweg gibt.
Definition
Eine Entscheidungssituation zwischen mindestens zwei Möglichkeiten, bei der beide Optionen zu einem unerwünschten Ergebnis führen oder moralische Prinzipien verletzen. Egal was man tut, man macht sich "schuldig".
Das Heinz-Dilemma
Eine Frau liegt im Sterben. Es gibt ein Medikament, das sie retten könnte, aber der Apotheker verlangt einen Wucherpreis, den sich ihr Mann Heinz nicht leisten kann.
Menschenbilder
Was unterscheidet den Menschen vom Tier? Hier sind die wichtigsten Denker für deine Klausur.
Mensch als Vernunftwesen (res cogitans). "Ich denke, also bin ich."
Er trennt Geist (Mensch) und Maschine/Körper (Tier). Tiere sind für ihn nur komplexe Automaten ohne Seele.
Mensch als Mängelwesen.
Wir haben keine scharfen Krallen, kein Fell, keine Fluchtinstinkte. Um zu überleben, müssen wir die Natur umgestalten -> Kultur & Technik als "Ersatzorgane".
Mensch als geistiges Wesen (Weltoffen).
Tiere sind "umweltgebunden" (triebgesteuert). Der Mensch kann "Nein" zu seinen Trieben sagen und seine Welt objektiv betrachten.
Homo Ludens (Der spielende Mensch).
Kultur entsteht ursprünglich aus dem Spiel. Spiel ist freiwillig und hat Regeln – genau wie Moral.